
Gedanken zum Monatsspruch Februar von Gottfried Posch
Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat. So fordert mich der Monatsspruch für Februar auf. Er steht im 5. Buch Mose, Kapitel 26 Vers 11. Ja, das will ich! Ich will mich freuen über alles Gute, das mir von Gott mir gegeben wurde bzw. gegeben wird. Nachdem dieser Vers gleich auf den ersten Seiten des Alten Testaments steht, sozusagen am Beginn der Geschichtsschreibung des Volkes Israel in der Bibel, liegt es nahe, nachzusehen, in welchem Zusammenhang diese erfreuliche, ermutigende, bis in unsere heutige Zeit gültige Aufforderung steht.
Die Israeliten standen nach vierzig Jahren des ruhelosen Umherziehens an den Grenzen des verheißenen Landes. Das verheißene Land! Ein Land, in dem Milch und Honig fließen sollte! Also ein Land, in dem Überfluss herrschen würde, verglichen mit der Zeit der Wüstenwanderung. Doch bevor es so weit war, rief Mose das Volk noch einmal zusammen. Gott wusste, was er seinem Volk an Segen schenken wollte. Sie sollten es nicht als selbstverständlich hinnehmen, wenn ihre Scheunen gut gefüllt waren. Sie sollen es nicht als ihr eigenes Verdienst ansehen, wenn die Felder nach harter Arbeit reiche Frucht trugen. Ja, sie sollten seine Gaben nicht nur als ihren eigenen Gewinn achten und als solchen gebrauchen.
Darum lässt der Herr durch Mose ausdrücklich verkünden:
„Ihr werdet nun bald in das Land ziehen, das der HERR, euer Gott, euch zum bleibenden Besitz geben will. Ihr werdet es erobern und euch darin niederlassen. Wenn ihr dort die Ernte einbringt, dann legt die ersten Früchte in einen Korb und geht damit zu der Stätte, die der HERR erwählt, um bei euch zu wohnen. Tretet vor den Priester, der zu dieser Zeit den Dienst versieht, und sagt: „Ich bestätige heute vor dem HERRN, deinem Gott: Ich lebe in dem Land, das er unseren Vorfahren mit einem Eid zugesagt hat.“ Der Priester soll den Korb entgegennehmen und ihn vor den Altar des HERRN stellen.“ Wenn dies geschehen ist, dann soll ein vorformuliertes Glaubensbekenntnis gesprochen werden, das die Geschichte Israels zusammenfasst – von der Zeit Jakobs („ein umherirrender Aramäer“) über die Sklaverei in Ägypten bis zur Befreiung durch Gott und der Gabe des verheißenen Landes. (5 Mose 26, 5-10) Nach diesem Bekenntnis heißt es: „Verneigt euch anbetend vor ihm. Freut euch über alles Gute, das er euch und euren Familien gegeben hat. Lasst auch die Leviten und die Ausländer, die bei euch leben, mitfeiern.“
Ja, das ist der Hintergrund des Monatsspruchs, eine uralte Geschichte von Gott und dessen Handeln, von Gottes Fürsorge und Gottes Willen. Und dennoch ist sie aktuell und will mir etwas sagen. Ich versuche es mal.
Ich lebe in einer total anderen Zeit. Die religiösen Riten, kulturellen Gegebenheiten, das Nomadenleben und die Hoffnung auf das gelobte Land kann ich nur erahnen. Aber ich glaube fest daran, dass Gott bei meinen jetzigen und bisherigen Wohnorten und Arbeitsstellen die Hand im Spiel gehabt hat bzw. hat. Er will, dass ich hier wohne und dass ich hier Anschluss gefunden habe.
Und wenn ich immer wieder einmal dankbar zurückblicke auf all das Gute, was ich bisher von Gott empfangen habe, weiß ich, dass alles von ihm stammt, mir von ihm geschenkt wurde. Daher kann ich mich freuen, über all das, was ich habe, über all das, was ich kann, über meine Gaben und Fähigkeiten, die mir von Gott gegeben sind, denn diese Freude ist ein zuverlässiger Weg zur inneren Zufriedenheit. Und ich hoffe, dass man mir diese etwas anmerkt.
Aus dieser Zufriedenheit erwächst auch eine gewisse Dankbarkeit gegenüber Gott mit entsprechenden Auswirkungen gegenüber meinen Mitmenschen. Denn wie heißt es im 1. Thessalonicher 5,18? „Ich soll Gott in allen Dingen dankbar sein“ und im 2. Korinther 9,7:
Ich soll Freude beim Geben und Teilen von Gaben haben. Denn Gott liebt den, der mit leichtem Herzen gibt, in der Heiterkeit, der man den Glauben und die Liebe anmerkt.
Darauf weist mich ja auch der Kontext des Monatsspruches hin: Auf die innere Freude, die ich haben soll, wenn ich Gott meinen Dank sagen kann. Damals war es die dankbare Abgabe der Erstlingsfrüchte des Feldes… Heute?... Diese Frage soll jeder für sich selbst beantworten.
Wichtig dabei ist, dass ich dem ewigen Gott nicht zu danken vergesse. Ich weiß, das mit dem Danken ist so eine Sache. Vergisst man manchmal und denkt gar nicht daran. Weil manche Dinge einem selbstverständlich sind. Ist mir das bewusst, dass ich durch ihn alles bin und alles habe? Das kommt auf meinen Blickwinkel an, wobei sich folgende Frage auftut. Habe ich mir alles selber erarbeitet oder lässt Gott meine Arbeit gelingen? Sehe ich überhaupt das Gute, das Gott mir gibt? Viele Dinge sind für mich selbstverständlich. Ich denke oft gar nicht darüber nach, dass alles von Gott kommt. Das soll sich ändern! Da kann ich Gott nur bitten, dass er mir die Augen und Ohren und das Herz öffnet. Denn dann kann der Monatsspruch sich so richtig voll in mir entfalten. „Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie (ich ergänze: und meinen Freunden) gegeben hat.“
