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Mai

Gedanken zum Monatsspruch Mai von Gottfried Posch

Der Monatsspruch für Mai lautet: „Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“ (Hebräer 6,19) 

Der Hebräerbrief ist ein leidenschaftlicher Aufruf, im Glauben standhaft zu bleiben! Der Brief ist an Christen gerichtet, die stark vom jüdischen Denken herkamen und in Gefahr standen, in ihren alten Glauben zurückzufallen. Er beginnt ohne irgendeine Begrüßung und macht sein Anliegen gleich am Anfang des Briefes klar. Er schreibt: „Früher hat Gott viele Male und auf vielfältige Weise durch Propheten zu unseren Vorfahren gesprochen. Jetzt, am Ende der Zeiten, sprach er durch den Sohn zu uns. Ihn hat er zum Erben über alles eingesetzt, ihn, durch den er das ganze Universum schuf… Wir müssen ihm unbedingt zuhören, achten auf das, was wir gehört haben, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben… Am Bekenntnis und der Verheißung festhalten.“                                                                       

Nachdrücklich erklärt der Schreiber des Briefes: „Ein Mensch, der Gott treu bleibt, der wird von ihm gesegnet. Er ist wie ein guter Acker… Wer aber einem schlechten Acker gleicht, dem droht Gottes Fluch. Auf ihm wachsen nichts als Dornen und Disteln, und am Ende wird er abgebrannt. Das mussten wir euch, liebe Freunde, ganz offen und unmissverständlich sagen. Trotzdem sind wir überzeugt, dass ihr gerettet werdet und das Ziel erreicht. Denn Gott ist nicht ungerecht. Er vergisst nicht, was ihr getan habt und wie ihr aus Liebe zu ihm anderen Christen geholfen habt und immer noch helft. Wir haben nur einen Wunsch: Jeder von euch soll mit diesem Eifer an der Hoffnung festhalten, dass sich einmal alles erfüllt, was Gott versprochen hat. Ja, haltet daran fest, bis ihr das Ziel erreicht!Werdet in eurem Glauben nicht träge und gleichgültig, sondern folgt dem Beispiel der Christen, die durch ihr Vertrauen zum Herrn standhaft geblieben sind und alles erhalten werden, was Gott zugesagt hat. Gott hält, was er verspricht. Als Gott Abraham sein Versprechen gab, da bekräftigte er seine Zusage mit einem Eid… Abraham wartete geduldig; und schließlich ging in Erfüllung, was Gott ihm versprochen hatte… Und weil Gott niemals lügt, haben wir jetzt zwei Tatsachen, auf die wir uns felsenfest verlassen können. Gottes Zusage und sein Eid ermutigen und stärken alle, die an der von Gott versprochenen Hoffnung festhalten. Diese Hoffnung ist für uns ein sicherer und fester Anker, der hineinreicht in den himmlischen Tempel, bis ins Allerheiligste hinter dem Vorhang. Dorthin ist uns Jesus vorausgegangen.“ (HfA) 

Ja, das war an die Hebräer gerichtet. Aber auch an mich. Auch ich bin nicht ganz fest im Glauben. Auf der Suche… und da hat mir der Brief an die Hebräer einiges zu sagen.

Der Brief fordert mich dazu auf, den Blick auf Jesus zu richten und mein Leben fest auf das himmlische Ziel auszurichten, auf das ewige Leben. Für dich und mich ist ein herrliches Erbteil im Himmel aufbewahrt, so wie es uns in der Bibel versichert wird. Natürlich können wir jetzt das noch nicht sehen  bzw. uns so richtig vorstellen. Aber wir können darauf vertrauen. Wir werden es sehen und erleben, wenn der Herr Jesus wiederkommt und uns zu sich holt. 

Meine Hoffnung betrifft nicht nur die Zukunft, sondern auch das gegenwärtige Leben. Getragen im Vertrauen, dass Gott im Leid, in Krisen, in Unsicherheiten, in Zeiten der Freude, des Glücklichseins mitgeht. Dass er mich auf meinem und deinem Weg begleitet. Deshalb wünsche ich oft zum Beispiel bei Geburtstagen Gottes gute Wegbegleitung. Diese Hoffnung ist der feste Anker meiner Seele. Sie gibt mir einen festen Halt. Seitdem ich mir die Gedanken zu diesem Monatsspruch mache, fällt mir immer wieder ein Lied ein, das ich zwischendurch, wenn ich nicht mehr mit meinen Gedanken weiterkomme, singe: „Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht. Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“  Es gehört zu meinen Lieblingsliedern. Und ich freue mich immer wieder darüber, wenn es in unseren Taize-Andachten oder im Gottesdienst gesungen wird. Ich glaube, dieses Lied passt genau zu dem Monatsspruch: „Die Hoffnung haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele.“

Mein Patenkind schenkte mir vor Jahrzehnten anlässlich seiner Konfirmation einen wunderschön von ihm gestalteten Spruch von Lothar Zenetti: Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter. Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer. Menschen, die aus dem Glauben leben, sehen alles in einem anderen Licht. Ich wünsche dir und mir, dass der Monatsspruch etwas in uns bewegt – etwas, das den Namen „Hoffnung“ trägt.