
Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. (Jesaja 2,4) So lautet der Monatsspruch für November. Wow, was für eine Aussage! Ich bin begeistert! Endlich ist das gegenseitige Morden und der Hass aufeinander zu Ende. Kein Leid mehr, keine Trauer. Keine Verzweiflung, keine Bitterkeit, kein Weinen mehr um die Kriegstoten, Verstümmelten, vom Krieg Gezeichneten. Es ist Friede! Friede auf Erden! Wo, wie und wann soll das denn sein, geschehen? Das interessiert mich. Ich schaue nach, in welchem Zusammenhang dieser Text in der Bibel steht und lese als Überschrift des entsprechenden Kapitels: „Jerusalem, der Mittelpunkt eines neuen Reiches“.
In Jerusalem am Tempelberg - an einem der religiös umstrittensten Orte der Welt - , den drei Weltreligionen mit ihren Heiligtümern für sich beanspruchen, soll all dies geschehen – kaum zu glauben, aber wahr! Wenn ich die heutigen kriegerischen, terroristischen Auseinandersetzungen, die nicht aufzuhören scheinen, bzw. immer wieder neu aufflammen, in Israel sehe, scheint diese Vision des Jesaja noch in weiter Ferne zu stehen. Aber ich vertraue darauf, dass sich Gottes Wort zur gegebenen Zeit erfüllen wird.
In einer Vision empfing Jesaja, der Sohn von Amoz, diese Botschaft für Juda und Jerusalem: Am Ende der Zeit wird der Berg, auf dem der Tempel des HERRN steht, alle anderen Berge und Hügel weit überragen. (Diese Aussage macht seine herausragende Stellung deutlich.) Menschen aller Völker strömen dann herbei. Viele Völker ziehen los und rufen einander zu: »Kommt, wir wollen auf den Berg des HERRN steigen, zum Tempel des Gottes Israels! Dort wird er uns seinen Weg zeigen, und wir werden lernen, so zu leben, wie er es will. Denn vom Berg Zion aus wird der HERR seine Weisungen geben, dort in Jerusalem wird er der ganzen Welt seinen Willen verkünden. Er sorgt für Recht unter den Völkern. Er schlichtet Streit zwischen mächtigen Staaten. Dann schmieden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen um und ihre Speere zu Winzermessern. Kein Volk wird mehr das andere angreifen; niemand lernt mehr, Krieg zu führen. Kommt, ihr Nachkommen von Jakob, wir wollen schon jetzt mit dem HERRN leben. Er ist unser Licht! (>>HfA, Basis Bibel))
Welch eine Vision! Sie ist definitiv noch nicht Wirklichkeit geworden. Aber wir Christen hoffen, auf der Basis des Alten Testamentes, auf Grund der Worte des Propheten Jesaja und fast identisch auch des Propheten Micha, dass dies Wirklichkeit wird. Dass dies Gottes Zukunft für unsere Welt ist, dass Gott selber den Menschen zeigt, wo es langgeht und wie der Weg zum Frieden funktioniert.
Jesaja schließt seine Vision mit der Aufforderung, schon jetzt mit dem Herrn zu leben, der unser Licht ist. Das heißt für uns Christen: Den Weg Jesu zu gehen, den er beschrieben hat. Den Weg der Barmherzigkeit der Sanftmut und des Friedens so wie in den Seligpreisungen in Matth. 5 beschrieben. Wir holen uns unsere Weisung bei Gott.
Demnach darf auf Frieden gehofft und darauf hingearbeitet werden. Zu beachten ist allerdings: Diese Friedensvision des Propheten steht ganz klar im Zusammenhang mit der Hinwendung zu Gott. Das wurde wohl schon von vielen, die “Schwerter zu Pflugscharen“ oder „Frieden schaffen ohne Waffen“ propagierten, übersehen. Frieden braucht als Voraussetzung die Hinwendung zu Gott. Erst wenn die Völker nach Gott fragen, werden sie hellhörig für die Wege des Friedens. Erst wenn die Völker sich Gott zuwenden, können sie den Frieden erkennen und aktiv leben - so sagt es mir Gottes Wort – die Bibel.
Durch Heeresmacht und Kriegsgewalt wird nichts erreicht, sondern nur durch meinen Geist, das sagt der Herr der himmlischen Heere, der Herr Zebaoth. (Sacharja 4. 6) Auch wenn wir aufrüsten, noch mehr tödliche Waffen produzieren, ein Volk nicht friedfertig, sondern kriegstüchtig, wie es von unserer Regierung benannt wird, machen wollen, dann befinden wir uns auf den Weg des Todes, des Bösen, in den Abgrund. Jedenfalls kann dies nicht die letztendliche Lösung zum Frieden sein. Übrigens: "Verteidigungsfähig" ist, wer den militärischen Angriff eines anderen Landes abwehren kann. "Kriegstüchtig" ist, wer zu jeder Art von Krieg in der Lage ist. Wir sollten uns dafür einsetzen, dass Gottes Wille zum Frieden respektiert und seinen Geboten gefolgt wird. Beides ist ausdrücklich eine Aufgabe von Christen, sowohl in kleinen, persönlichen Zusammenhängen, als auch auf dem weiten Feld des gesellschaftlichen und politischen Zusammenlebens. Und das sollen wir solange tun, bis wir uns als Volk aufmachen, nach Jerusalem gehen, Gottes Weisungen hören und die Vision Jesajas Wirklichkeit wird: Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Amen! Ja, so sei es!
